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Fridays for Future an der Closen-Mittelschule Arnstorf

Umwelterziehung ist an der Closen-Mittelschule schon seit langer Zeit ein fester Bestandteil. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich z. B. an den in jedem Jahr stattfindenden Tagen der offenen Tür mit verschiedenen Umweltthemen.
In diesem Schuljahr nehmen sie auch an Fridays for Future teil, aber sie verbringen den Freitagvormittag nicht bei Demonstrationen außerhalb der Schule, sondern sie lernen in der Schule, welche Umweltprobleme es gibt, wie sie sie lösen können und was sie sonst noch für die Umwelt tun können.
Es ist geplant, dass einmal im Monat eine Klasse aus 5/6 bzw. 7/8 ein „Umweltthema“ vorbereitet und es den anderen Klassen an einem Freitag vorstellt. Dies war nun zum ersten Mal am 18.10.2019 der Fall.

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Die Klasse 5b bereitete mit ihrem Klassenlehrer Herrn Hofmann ein „interaktives Klassenmuseum“ zum Thema „Plastik und Müllvermeidung“ vor. Im Laufe des Vormittags besuchten die 6. Klassen und die Klasse 5a diese Ausstellung und nahmen aktiv an den Stationen teil.
Schüler der 5b erklärten an der Lernstation 1 „Erde aus Plastik“ ihren Mitschülern, dass Verarbeitungsmaterialien aus Plastik immer mehr zunehmen. Würde man die Gesamtmenge des bisher produzierten Plastiks zu einer riesigen Folie verarbeiten, dann ließe sich die „echte“ Erde damit sechsmal einwickeln.
An der Lernstation 2 „Plastik im Meer“ berichteten die Schüler, dass pro 1 km² Ozean 18.000 Teile Plastikmüll schwimmen und dass    auf ein Planktonteilchen inzwischen 5 Plastikteilchen kommen; Tiere verwechseln es mit Futter und sterben daran! Mithilfe von zwei Plastikschälchen mit Wasser als Meer und Plastik- und Planktonteile (kleine Plastikteilchen) im Verhältnis 1:5 machten sie dies ihren Mitschülern deutlich.
An der Lernstation 3 „Müll trennen“ konnten die Besucher Bildkarten entsprechend „des Mülls“ in kleine Bio-, Papier- bzw. Restmülltonnen zuordnen und dabei auch lernen, wie wichtig Mülltrennung ist.
An der Lernstation 4  „Mikroplastik“ erklärten die Schüler aus der 5b, dass in vielen Kosmetikprodukten Mikroplastik steckt und dass winzige Plastikteilchen per Abwasser in die Umwelt gelangen und dort Schaden anrichten. Sie erklärten auch, dass sich hinter dem Wort „Acrylates“ Mikroplastik versteckt. Sie wiesen darauf hin, dass man beim Einkaufen Mikroplastik-Produkte vermeiden soll.
An der Lernstation 5 „Deine Tasche“ – die beliebteste Station – erfuhren die Mitschüler, dass in Deutschland eine Plastiktüte meistens nur einmal benutzt und dann weggeworfen wird. Die Schüler der 5b schlugen vor, Baumwolltaschen zum Einkaufen zu verwenden. An dieser Station durfte sich jeder Schüler seine eigene Baumwolltasche gestalten.
An der Lernstation 6 „Upcycling“ (Form der Wiederverwertung von scheinbar nutzlosen Abfallprodukten) leiteten Schüler der 5b ihre Mitschüler an, aus der Unterseite einer Plastikflasche ein Schälchen zur Aufbewahrung zu gestalten.

Die Klasse 7a erarbeitete mit ihrer Klassenlehrerin Frau Saller für ihre Schulkameraden aus den beiden 8. Klassen und der Klasse 7b Vorträge, die sich mit den Umweltaspekten bei der Herstellung einer Jeans beschäftigten.
Die erste Gruppe setzte sich mit den Kleiderschränken ihrer Mitschüler auseinander. Sie stellte fest, dass sie im Durchschnitt 27 T-Shirts, 19 Hosen, 15 Pullover, 8 kurze Hosen, 5 Jacken und 5 Paar Schuhe haben. Sie fragten sich, ob sie wirklich alle diese Kleidungsstücke anziehen?! Nein, das meiste liegt unnütz im Kleiderschrank, obwohl man es wegen der neuesten Mode unbedingt haben wollte.
Eine weitere Gruppe nahm die „Reise einer Jeans“ unter die Lupe. Sie berichteten, dass eine Jeans durch 6 verschiedene Länder reist, wo überall irgendetwas anderes an ihr gemacht wird. Dass dies nicht sehr umweltverträglich ist, war allen Schülern klar.
Mit „virtuellem Wasser“, also verstecktem Wasser, beschäftigte sich eine andere Schülergruppe der 7a. Sie berichteten, dass in einer Jeans 11000 l Wasser „versteckt“ sind. Z. B. braucht Baumwolle (der Stoff, aus dem die Jeans besteht) zum Wachsen viel Wasser (Baumwolle wird z. B. in Texas, einem sehr sonnigen und regenarmen Land, angebaut). Auch das Färben der Jeans benötigt viel Wasser.
Im Vortrag „Die Näherin von Bangladesch“, der mit einem kurzen Film anfing, erläuterte eine Gruppe aus der 7a, wie die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung einer Jeans sind. Von 8 bis 22 Uhr dauert die Schicht der Näherin in der Regel, freie Tage gibt es kaum, die Überstunden werden nur zum Teil bezahlt. 30 bis 50 Euro verdient eine Näherin im Schnitt monatlich. Auch in Sachen Umweltschutz gibt es riesige Probleme. Z. B. gelangen die bei der Produktion verwendeten Chemikalien in Flüsse und Seen und reichern sich dort in Nahrungsketten an. Auch für die Arbeiterinnen sind diese Chemikalien alles andere als gut.
Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit den „8-R`s“. Das sind 8 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Leben. „Refuse“ bedeutet, leihe oder tausche, anstatt dass du etwas Neues kaufst, „React“ – beteilige dich an Aktionen, die auf Probleme unseres Konsumverhaltens aufmerksam machen, „Recycle“ – verwerte alte Produkte, die du nicht benötigst, „Reduce“ – kaufe bewusst energiesparende und fair produzierte Produkte, „Reuse“ – verwende und verbrauche Konsumgüter möglichst lange, „Rethink“ – denke über dein Konsumverhalten nach, „Reform“ – setze dich für Verbesserungen ein, sodass ein nachhaltiger Konsum auch in deinem Umfeld einfacher wird, „Repair“ – pflege und repariere Produkte, die du besitzt.
Welche Umweltsiegel es gibt, stellte eine weitere Gruppe aus der 7a ihren Mitschülern vor. Das sind z. B. das FAIRTRADE-Siegel, das Naturland-Siegel, GEPA oder DER GRÜNE KNOPF.
Zum Schluss gab eine Gruppe noch Verbrauchertipps für Kleidung, wie z. B. „benutze deine Kleidungsstücke so lange wie möglich“, „spende deine Kleidung an Caritas oder das Rote Kreuz“, „kaufe nur so viel wie nötig ist“ oder „kaufe nur fair produzierte Kleidungsstücke“.
An diesem Friday for Future haben die Schülerinnen und Schüler Informationen zum Umweltschutz gegeben, sie haben aber auch gelernt, vor einer größeren Gruppe Vorträge zu halten bzw. Mitschüler in persönlichen Gesprächen zu informieren.
Der nächste Friday for Future wird am 29. November 2019 stattfinden.

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